Ausflug ans Meer nach Izola (15.3.-16.3.2025)

Unser Ausflug ans Meer gleich zu Jahresbeginn hat mittlerweile schon Tradition. Doch dieses Mal stand unsere Reise kurzzeitig auf der Kippe: Die Wetterprognosen hatten in den Tagen zuvor nichts Gutes verheißen – sintflutartige Regenfälle, Sturmwarnungen und grauer Himmel wurden angekündigt. Wir schwankten zwischen Vorfreude und Skepsis. Sollten wir wirklich losfahren? Nach einigen Diskussionen siegten jedoch der Optimismus und vielleicht auch die Abenteuerlust. Schließlich gehört schlechtes Wetter irgendwie auch zu einem echten Fotoabenteuer dazu! Und so führte uns unsere Reise nach Izola, eine charmante Kleinstadt an der slowenischen Adriaküste, idyllisch gelegen zwischen Koper und Piran/Portorož.

 

Während zwei Pärchen bereits am Vortag angereist waren, machte sich der Rest Samstag früh am Morgen in aller Frische mit zwei Autos auf den Weg. Die rund 350 Kilometer spulten wir trotz gelegentlicher Regenschauer gut gelaunt bei wenig Verkehr ab. Kurz vor unserer Ankunft schien die Wolkendecke aufzubrechen – doch unsere Hoffnung auf Sonne wurde leider schnell vom grauen Himmel zunichtegemacht.

Davon ließen wir uns jedoch nicht die Laune verderben. Mit Regenponchos, Schirmen, warmen Jacken und Mützen ausgestattet, starteten wir direkt nach unserer Ankunft zu einer ersten Erkundungstour durch die historische Altstadt von Izola. Die ersten Fotos waren rasch im Kasten, und so kehrte ein Teil der Gruppe in ein kleines, gemütliches Strandcafé ein. Hier ließen wir uns den kräftigen Espresso oder – je nach Geschmack – ein kühles Hopfengetränk schmecken, während der Regen leise auf das Dach prasselte. Der andere Teil der Gruppe ließ sich vom Nieselregen nicht beirren und erkundete weiter den Svetilnik Beach.

 

Am frühen Nachmittag wurde das Wetter freundlicher, und wir setzten unsere Entdeckungstour fort. Izola, deren Name sich übrigens vom italienischen „Isola“ – also „Insel“ – ableitet, war einst tatsächlich eine kleine Insel vor der Küste. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie durch eine Landaufschüttung mit dem Festland verbunden. Die Geschichte der Stadt reicht bis in die Antike zurück: Ursprünglich ein römisches Fischerdorf, entwickelte sich Izola im Mittelalter zu einer bedeutenden Seefahrerstadt unter venezianischer Herrschaft – und genau diesen mediterranen Charme spürt man bis heute an jeder Ecke.

 

Die engen, verwinkelten Gassen, die pastellfarbenen Häuserfassaden und der Blick auf das tiefblaue Meer vermittelten uns das Gefühl, in eine ganz andere Welt eingetaucht zu sein. Wir streiften durch die Altstadt, begegneten Katzen, die dasselbe machten, entdeckten kleine Geschäfte, grüne Oasen und skurrile elektrische Installationen, die unserer Kamerasensoren auf Trab hielten.

 

Natürlich durfte auch ein Besuch des Kirchturms der Kirche St. Maurus nicht fehlen. Nach einem kurzen, aber steilen Aufstieg wurden wir mit einem beeindruckenden Rundumblick über Izola, den Yachthafen und das glitzernde Meer belohnt. Weit in der Ferne konnte man sogar die Umrisse von Triest und die istrische Küste erkennen.

 

Anschließend steuerten wir die alten Fischfabrik Arrigoni, einem Lost Place mit besonderem Flair an. Die Fabrik wurde Ende des 19. Jahrhunderts gegründet und war einst einer der bedeutendsten Arbeitgeber der Region. Über Jahrzehnte hinweg wurde hier vor allem Sardinen und Thunfisch verarbeitet und in die halbe Welt exportiert. Heute steht ein Großteil des Komplexes leer und verfällt langsam, obwohl einige Bereiche noch genutzt werden. Leider blieb uns der Zutritt ins Innere verwehrt, doch auch von außen bot die teils überwucherte Anlage spannende Fotomotive.

 

Gegen 14:30 Uhr kam dann endlich die Sonne hervor – und mit ihr wurde es schlagartig wärmer. Nach dem Einchecken im Hotel machten wir uns erneut auf den Weg, dieses Mal entlang des Hafens in südlicher Richtung. Besonders für die bald einsetzende Blaue Stunde wollten wir einen geeigneten Fotospot finden. Das Licht wechselte ständig, aber genau das sorgte für spektakuläre Aufnahmen. Schließlich entschieden wir uns für eine Position gegenüber der Altstadt, von wo aus wir die Lichter Izolas in der Dämmerung perfekt einfangen konnten.

 

Kurz vor 19 Uhr traten wir den Rückweg ins Hotel an und ließen den Abend beim gemeinsamen Abendessen ausklingen. Solche gemeinsamen Reisen sind weit mehr als nur ein fotografisches Abenteuer. Sie bieten die Gelegenheit, dem Alltag zu entfliehen und Zeit miteinander zu verbringen – ohne Hektik, ohne Termindruck. Endlich kann man in Ruhe miteinander reden, sich austauschen, voneinander lernen und über das gemeinsame Hobby hinaus näher zusammenrücken. Während man gemeinsam auf Motivsuche geht, am Hafen entlangspaziert oder abends bei einem Glas Wein oder Bier zusammensitzt, entstehen Gespräche, die im Alltag oft zu kurz kommen. Diese Erlebnisse stärken den Zusammenhalt und machen unsere Gruppe zu mehr als nur einer Gemeinschaft von Fotobegeisterten – sie formen echte Freundschaften.

 

Trotz der kurzen Nacht waren Norbert und Gerald schon kurz nach 5 Uhr wieder auf den Beinen, um die Morgendämmerung fotografisch einzufangen. Am Vortag hatten wir einen tollen Spot entdeckt, den sie nun erneut aufsuchten. Obwohl es in der Nacht heftig geregnet hatte, blieb ihr gut eineinhalbstündiger Fotowalk trocken – und lohnte sich in jeder Hinsicht. Die morgendlichen Aufnahmen wurden beim anschließenden ausgiebigen Frühstück, welches übrigens die wichtigste Mahlzeit vor dem ersten Bier ist, stolz präsentiert, während draußen erneut Regen einsetzte.

 

Gegen 10 Uhr checkten wir schließlich aus und machten uns auf den Weg nach Dobrova, um eine Wanderung entlang der berühmten Mondbucht (Mesečev zaliv) im Naturpark Strunjan zu unternehmen. Der schmale Pfad entlang der Steilküste bot atemberaubende Ausblicke – aber auch rutschige, schlammige Passagen. So teilten wir uns in kleinere Gruppen auf, je nach Abenteuerlust und Trittsicherheit. Die Sonne lachte mittlerweile vom Himmel, es wurde schnell warm, und die Aussicht auf die türkisfarbene Adria war schlichtweg spektakulär.

 

Nach rund zwei Stunden trafen wir uns alle wieder am kleinen Anglerhafen Pomol Strunjan. Die Sonne stand inzwischen hoch am Himmel, und das Meer zeigte sich von seiner lebhaften Seite. Immer wieder spritzte das Wasser schwungvoll gegen den Steg. Die Gischt glitzerte im Sonnenlicht und das Meer selbst leuchtete in kräftigen Blau- und Türkistönen. Über uns zogen Möwen ihre Kreise, ihre Rufe vermischten sich mit dem rhythmischen Rauschen der Brandung. In der Ferne lag Piran, leicht flirrend in der Mittagssonne, als wäre es nur gemalt. Dies war einer dieser besonderen Momente, in denen man das Gefühl hatte, am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein – umso mehr, wenn man daran dachte, dass wir eigentlich Regen erwartet hatten. Bei Kaffee und Kuchen genossen wir diesen Augenblick, tauschten unsere Eindrücke und Bilder aus und freuten uns über das, was uns dieser Tag beschert hatte. Danach ging es zu einem letzten gemeinsamen Mittagessen, bevor wir gegen Nachmittag die Heimreise antraten.

 

Gegen 18 Uhr waren wir wieder wohlbehalten zu Hause – im Gepäck jede Menge toller Fotos, schöne Erinnerungen und die Vorfreude auf unseren nächsten gemeinsamen Ausflug.


Video von Kati


Fotos von Gerald


Fotos von Norbert


Fotos von Raimund


Fotos von Gabi


Fotos von Gerhild